5. Dezember 2012

Hederasocks, Jakobwolle und immer noch Tilly


Solche Stampfer wie mein Milchflaschenmodel habe ich zum Glück nicht, aber man kann gut erkennen, wie das Muster der "Hedera"-Socken gespannt aussieht. Gut gefällt mir auch die Fersenwand mit Hebemaschen.


Gestern abend bei Géraldine habe ich damit begonnen meine handgekämmten  Minikammzüge zu verspinnen - und zwar so wie SIE es wollten. Ich werde ein schlichtes zweifädiges Garn daraus machen und bin sehr beeindruckt davon, wie toll sich die gekämmte Wolle vom Jakobschaf verspinnen läßt.


Tilly ist mittlerweile 1,65 m lang. Wenn sie für mich wäre,  wäre ich versucht sie jetzt zu beenden, aber da sie für meinen Mann ist, darf sie noch etwas länger werden.


Danke für eure netten Worte zu Mira. Roswitha schrieb: "Ich finde es immer wieder nett auch etwas über den Menschen hinter dem Blog zu erfahren". Ich finde das auch oft sehr schön, mehr über euch zu erfahren, bin manchmal aber fast erschrocken darüber, WIE privat es oft in anderen blogs zugeht. Die Leser kann man sich nicht aussuchen, leider. Und es gibt Menschen, denen möchte ich keine Portraits meiner Kinder zeigen oder über mein Familien- oder Arbeitsleben erzählen. Wahrscheinlich interessieren die sich aber auch nicht fürs Stricken ;-)
So werde ich mich weitgehend auf meine wollige Seite beschränken, obwohl es mir manchmal schwer fällt, denn gefühlsmäßig lesen hier "Freundinnen". Wie geht es euch zu diesem Thema?
Den "Freundinnen" hier möchte ich aber doch kurz berichten, was mich heute bewegt, auf die Gefühle, dich ich damit verbinde, werde ich aber HIER nicht eingehen.
Der beste Freund meines Sohnes wäre heute 23 Jahre alt geworden, leider starb er mit 17 an Krebs. Sein Tod hat unser Familienleben, besonders das meines Sohnes nachhaltig beeinflusst. 
Mein Sohn hat seine erste große Lebenskrise mittlerweile überwunden, dafür bin ich sehr dankbar!
In Gedanken bin ich heute ständig bei J. und seiner Mutter., die ich jetzt anrufen werde.

4. Dezember 2012

Mira - es kann ja nicht immer um Wolle gehen


Sie kam völlig ungeplant zu uns - Mira. 
Die Tierliebe meiner großen Tochter ist fast so alt wie sie selbst. Der Wunsch nach einem eigenen Pferd ebenso. Als sie fünf Jahre alt war hielt ihre Ergotherapeutin es für eine gute Idee, sie mit therapeutischem Reiten beginnen zu lassen (sie war ein Extremfrühchen mit entsprechendem Förderbedarf).
Siegte bisher die (mütterliche) Vernunft, was den Wunsch nach einem eigenen Pferd betrifft, war es Mitte Oktober das Gefühl (vor allem von Vater und Tochter). 
Die 13-jährige Ponystute steht und stand auf dem Hof einer guten Bekannten, keine fünf Minuten entfernt mit dem Fahrrad. Die Vorbesitzerin hatte schon seit über einem Jahr keine Zeit mehr für sie und unsere Tochter wurde gefragt, ob sie nicht Interesse habe.
Da Mira sehr dominant ist und seit über einem Jahr nicht mehr geritten wurde, sollte der neue Halter Erfahrung im Umgang mit Pferden haben. Die Kosten sind durch Offenstallhaltung überschaubar. Wie sollte ich mich noch sträuben? 
Mira ist ein Island-Haflinger-Mix und sehr robust. Jetzt muss erstmal der Speck weg und Mira muss sich wieder daran gewöhnen, geritten zu werden. Meine Tochter sagt, Mira sieht aus wie ein kleines, dickes Hobbitpony ;-)
Bisher fühlte ich mich nie zu Pferden hingezogen, aber da tut sich was. Mira hat sooo schöne Augen!



2. Dezember 2012

Hedera


Jetzt habe ich zuerst die Cochenille-fake-Färbung angestrickt und "Hedera" angeschlagen, das erste Modell aus knit.sock.love, dem Buch, das ich mir unbedingt selbst schenken musste, als ich es in unserer Buchhandlung durchblätterte. Es liegt nun in deutscher Übersetzung vor, ist wirklich sehr schön aufgemacht - tolle Fotos, extrem gut beschriebene Anleitungen (jedenfalls scheint es mir beim ersten Lesen so) und vor allem tolle Socken. Einziger Nachteil, die Größen sind in XS/S/M und L beschrieben, da muss man schon ein bißchen grübeln, welche Größe wohl der gewünschten Schuhgröße entspricht. Aber das Problem dürfte lösbar sein. Aus dem ersten Kapitel gefallen mir alle sechs Socken, und der Schwierigkeitsgrad soll von Modell zu Modell zunehmen. Ich werde mich jetzt einfach mal von vorn nach hinten durchstricken :-).

30. November 2012

Säurefarben oder Naturfarben?


Ich weiß es zum Glück noch, obwohl diese beiden nicht beschriftet waren, ein Fehler, den ich mir unbedingt abgewöhnen muss. Ich habe in meinen mittlerweile sehr umfangreichen Vorräten gewühlt und bei der Suche nach geeigneten Färbungen für ein Sockenprojekt diese Beiden gefunden, deren Farben hier so spannungsreich harmonieren - ich mag das. 
Auf der Suche nach Geburtstagsgeschenken habe ich ein Buch gefunden, dass ich mir unbedingt selbst schenken musste - es geht um Socken. Mehr dazu aber, wenn ich das erste Paar gestrickt habe.
Tja, welches ist die Naturfarbe?  Ich mache es mal nicht so spannend, sondern verrate es euch. 
Das Orange haben mir Dahlienblüten aus dem Garten eines netten älteren Ehepaares geliefert, die von meiner Färbelust gehört hatten. Die andere Farbe ist ein "Cochenille-fake", gefärbt mit SeWo-Color.
Ich wollte Teer auf Cochenille imitieren, da ich es gern mag, wenn die Farbe nicht ganz "sauber" aus dem Topf kommt. Ein bißchen übertrieben habe ich es schon, ich gebe es ja zu. 
Es sollte wie eine Cochenillefärbung ohne Beize aussehen, die ja oft ein müdes Altrosa liefert (ich meine das nicht negativ, aber müde trifft diese Farbe irgendwie, finde ich). Jetzt weiß ich nur noch nicht, welchen Strang ich zuerst verstricke. Beide lachen mich an.

29. November 2012

Mein neues Spielzeug - einreihige Wollkämme


Diese Kämmchen bereiten mir zur Zeit viel Freude. Die Minikammzüge, die ich damit erhalte, sind ein fluffiger Traum. Aber nun von Anfang an. Ich wasche dafür die Rohwolle vom Jakobschaf portionsweise mit sehr warmem Wasser und Feinwaschmittel. Damit erziele ich bessere Ergebnisse als mit der Methode, das ganze Vlies in der Waschmaschine, äh, Badewanne, zu waschen. Ich habe ausgerechnet, dass zumindest in diesem Vlies der Gewichtsanteil an Fett und Schmutz bei 40 % liegt.

Rohwolle vom Jakobschaf

Die auch nach dem Waschen teilweise noch verschmutzten Spitzen stören nicht, denn beim Zupfen der Wolle rieselt der Schmutz heraus.

2 mal mit Feinwaschmittel im Eimer gewaschene Wolle

Das Kämmen funktioniert  auch mit Rohwolle oder ungezupfter gewaschener Wolle. Ich kämme aber am liebsten die gewaschenen gezupften Wollflöckchen.

Wolle nach 3 Kämmdurchgängen

ausgezogener Kammzug

Fertiger Minikammzug

Das Nebenprodukt, die aussortierten kurzen Fasern

Aus diesen Flöckchen, die beim Kämmen aussortiert werden, möchte meine 4-jährige mit mir zusammen eine Matte für ihre Puppen filzen. Darauf freuen wir uns schon. Wir sammeln sie in einem Wäschenetz.
Das fertige Garn wird für mich einen hohen Wert besitzten. Mit meinen kleinen Kämmen habe ich eine Ausbeute von 1g Kammzug pro Kämmvorgang. Die aussortierten Flöckchen wiegen knapp das Doppelte. 
Für Ungeduldige ist das Kämmen also nicht zu empfehlen. Allerdings wird sich das Gewichtsverhältnis zugunsten des Kammzugs verschieben, wenn ich mich zu den längeren Abschnitten im Wollvlies vorarbeite.
Nun träume ich von größeren Kämmen, habe auch schon ein Auge auf ein englisches Produkt geworfen. 

Kattugla, deren Video ich euch sehr empfehlen kann, erzielt immerhin 7g Kammzug pro Kämmvorgang. Viel Spaß beim Anschauen, ich liebe dieses Video.


28. November 2012

"Tilly" wächst . . .


. . . und hat mittlerweile ein Länge von 1,49 m erreicht. Ich habe aber noch genug Wolle für 4 weitere Musterrapporte. Tilly wird also richtig schön groß. Ich bekomme aber langsam Lust noch ein anderes Projekt zu beginnen, obwohl sich Tilly wunderbar nebenher stricken lässt, wenn man das Muster oft genug wiederholt hat.

15. November 2012

"Tilly"


Zur Abwechslung stricke ich mal keine Handschuhe, sondern einen Schal. "Tilly" aus dem Buch "A fine fleece, knitting with handspun yarns" von Lisa Lloyd gefiel mir seit dem ersten Durchblättern. Nun stricke ich Tilly allerdings nicht aus handgesponnenem Garn, sondern aus  Vorlaufgarn von Rosy Green Wool. Ich hatte das Glück die letzten 500 g erwerben zu können. Ich habe 400 g mit grünen Walnussschalen gefärbt und 100 g mit Dahlienblüten. Der Schal wird unbeschreiblich weich. Das Muster verschlingt die Wolle und ich bin gespannt, wie weit ich mit 400 g komme. Was mich freut: Es hat sich schon ein zukünftiger Träger gefunden. Mein Mann fühlte sich  spontan zu "Tilly" hingezogen und bis Weihnachten werde ich bestimmt fertig.


11. November 2012

Zwergenfäustlinge


Der Adventsbasar an der Schule meiner großen Tochter steht bevor. Jedes Elternhaus soll 2 Teile beisteuern und so gab ich meiner Handschuhstricklust mal wieder nach und strickte diese Fäustlinge. 
Ich habe ein vor längerer Zeit gekauftes "Keiner ist wie ich-Knäuel" aus dem Dornröschen-Shop von beiden Seiten angestrickt und war doch überrascht, wie unterschiedlich die Fäustlinge geworden sind.  Ich habe schon überlegt, ob ich noch einmal für beide einen neuen Partner stricken soll, aber etwas Unterschiedlichkeit darf sein, oder?




9. November 2012

Die haben das Zeug zu Lieblingshandschuhen . . .


 . . . und passen sooo gut zu meiner Lieblingstasse. Ich habe sie aus der "Newsealand Merino" von der Zauberwiese gestrickt und bin ganz begeistert. Es freut mich, dass es Handfärber gibt, die auch Biogarne im Angebot haben. Dieses Garn ist aus kontrolliert biologischer Tierhaltung. 
Mein Tipp: Es lohnt sich immer nachzufragen. Für die handgefärbten Garne der Zauberwiese, die als organic wool ausgewiesen sind, liegen die entsprechenden Zertifikate vor. Danke, Frau Abu-Toboul!




3. November 2012

Vor dem nächsten Regen . . .


. . . konnte ich heute morgen schnell ein paar Fotos des nächsten Handschuhvergnügens machen. Die Färbung finde ich betörend. Alexandra Abu-Toboul von der Zauberwiese hat sie "Stillleben" genannt, ich hätte ihr den Namen "Amselei" gegeben. 
Im Sommer konnte ich Amseleier bewundern (leider in einem zerstörten Nest), die genau diesen Farbton hatten.
Das Garn ist ein wunderbar feines Kammgarn, organic merino aus Neuseeland mit einer Lauflänge von 440m/100g. Die Zauberwiese bietet ein weiteres dickeres organic yarn an (Frau Abu-Toboul war gern bereit, mir das GOTS-Zertifikat zu zeigen).

Die Handschuhe stricke ich mir statt "auf den Leib" "auf die Hand". Da das Garn sehr zart ist, habe ich mehr Maschen angeschlagen, als ich es für Sockenwolle getan hätte und Nadelstärke 2,25 gewählt.
Hier habe ich die alte Handschuhtabelle aus dem Burda-Heft von 97 mit dem Basic-Daumen von Ewa Jostes kombiniert, den ich gern mal ausprobieren wollte. Der Daumen gefällt mir sehr gut, läßt sich leicht stricken und sieht nicht so klobig aus, wie ein "normaler" Daumenkeil, der an der Hand allerdings auch sehr gut sitzt (und aussieht).
In der Tabelle für diesen Daumen steckt ein Fehler (in der von mir gewählten Größe zumindest), der zum Glück keine schädlichen Auswirkungen hatte, da ich ihn rechtzeitig bemerkt habe. 
Die Bausteine des Baukastensystems haben mich regelrecht erschlagen, ich weiss nicht, ob ich als ungeübter Stricker durchgestiegen wäre. 
Das Burda-Heftchen schafft auf zwei Seiten auch Anfängern das Stricken von Fingerhandschuhen beizubringen.
Das Buch von Ewa trägt jedoch viel Basiswissen und Tipps rund ums Stricken zusammen, von dem jede Strickerin profitieren kann.


Schwierig, die eigene Hand zu fotografieren :-) - die kleine Canon Ixus zeigt die Farbe nicht so schön wie ihre große Schwester, mit der ich die anderen Fotos gemacht habe.