9. Juli 2014

Das Wetter macht mir einen Strich durch die Rechnung . . .

Färberkamillenblüten

Vorgestern habe ich mit meiner kleinen Erntehelferin Färberkamillenblüten, Schafgarbe und Rainfarn vor der Blüte geerntet. Heute wollten wir färben, aber es regnet und regnet und regnet . . .
So hängt nun der Rainfarn und die Schafgarbe in Sträußen am Rosenbogen und bleiben bei dem Wetter wenigstens frisch ;-)



Fotos von den vom Hilshof zurückgebrachten Strängen, die nun in den shop einziehen können, wollte ich auch machen, aber sie laufen ja nicht weg.
Ein paar habe es aber schon geschafft. Nächste Woche werden es hoffentlich mehr werden.
Géraldine hat in launigen Worten berichtet, wie das Wollfest war.
Wer uns also sonntags nach 14.00 Uhr angetroffen hat und sich über die komischen Weiber gewundert hat: So ist frau drauf, wenn vorher fast der Pavillon weggeflogen wäre und in Windeseile alles abgebaut und provisorisch neu aufgebaut werden musste. Von der gerissenen Leine ganz zu schweigen . . .
Entschuldigt bitte also auch, wenn ich treue Leser unter den Besuchern nicht erkannt oder angemessen begrüßt habe :-)
Es gab viele nette Kontakte und am Samstag auch gemütliches Spinnen am Stand mit lieben Besuchern. Ich durfte auch ein paar tolle Dinge mit nach Hause, bzw. in die Werkstatt schleppen, dazu später mehr.

Schafgarbe und Rainfarn

19. Juni 2014

Geht bei mir immer ;-) . . .


Blau, Türkis, etwas Grün . . . gefärbt mal wieder von Géraldine auf Neuseelandwolle und am Dienstagabend beim Spinntreffen in einem Rutsch versponnen. Und weil ich ein relativ dickes Singlegarn spinnen wollte habe ich mir wieder den großen WooleeWinder gegriffen und weil es schnell gehen sollte die größte Übersetzung gewählt. Da waren wohl nur die Hände nicht schnell genug und ich habe schon während des Spinnens gemerkt, dass es ein "Rasta" werden würde (grins, Géraldine hat die "Überdrehten" so getauft). Nach dem Waschen ist der Drall ganz erträglich und ich werde ihn notfalls beim Verstricken ein bischen baumeln lassen, wenn mal sehr drallreiche Stellen auftauchen.


18. Juni 2014

Mal keine Saisonfärbung . . .



Um auch ein paar kräftigere Farben zum Wollwochenender auf dem Hilshof mitnehmen zu können, habe ich in den letzten Tagen zu Blauholz gegriffen und ein paar sehr schöne Lilatöne gefärbt. Eigentlich müsste Blauholz ja Lilaholz heissen :-)
Wie jedes Mal, wenn ich mit Blauholz färbe, erschrecke ich mich über den ersten Farbzug, der wie die finsterste Nacht daher kommt. Getrocknet gefällt mir das dramatische dunkle Lila aber sehr gut.





Zum Spinnen kam ich in der letzten Zeit wenig und so wurde dieser Strang Texelwolle an drei Spinntreffabenden gesponnen und verzwirnt. Es sollen gemütliche robuste Socken werden und so wunderte ich mich zwar wieder, wie dick das navajoverzwirnte Garn wurde, aber es stört mich nicht.
Der Kammzug namens "Winter blues" stammt von Natalja. Wie immer ein schöner Kammzug, der sich wunderbar verspinnen ließ.
Gestern hatte ich dann einen Kammzug von Géraldine am Start, der farblich genau in mein Beuteschema passte.  Ist zwar fertig gesponnen, aber noch nicht trocken . . .


10. Juni 2014

Mein Mitbringsel vom Flachsmarkt . . . .



 . . . rund um Burg Linn in Krefeld, der immer Pfingsten stattfindet, ist in diesem Jahr dieses wunderhübsche Körbchen aus Moorgras und Rattan und ein Glas Lindenhonig (passend zum großen Lindenberg, wo sich der Stand befand) vom Stand eines Bienenkorbflechters der Gruppe "Den Olden Tied".
Mir hat es sehr gefallen,  dem Herrn aus den Niederlanden am Stand eine Weile beim Flechten zuzusehen.
Ruhig und bedächtig arbeitete er an seinem Körbchen, in dem mehrere Stunden Arbeit stecken. Da konnte ich nicht widerstehen.
Hier präsentiert es pflanzengefärbte Wolle - letzte Woche mit tiefgefrorenen Löwenzahnblüten gefärbt, die Géraldines Kinder und Mann gesammelt hatten.
Danke, ihr Lieben!
Wie man sieht, Löwenzahn färbt auch tiefgekühlt gut :-)
Erstaunlicherweise zog der Farbsud auf die Sockenwolle eher Beige auf, während auf Rosy Green Wool das gewohnt kräftige Gelb aufzog.

Dann habe ich mich heute um ein weiteres Färbergeschenk gekümmert, dass mir Andrea und Marion mitgebracht haben. Die Beiden habe ich am Tag der offenen Tür unserer "Stockumer Wollwerkstatt" kennengelernt und sie mit dem Färbevirus infiziert :-).
Marion hat dafür ihren Holunder Black Lace geplündert. Ich habe die angetrockneten Blätter (136 % waren es) kalt aufgesetzt und mit der gebeizten Wolle zum Sieden gebracht und wurde im ersten Farbzug auf Rosy Green Wool mit einem zarten Grünton (wie passend zu den aktuellen Zartfarben) belohnt.
Der zweite Farbug kühlt noch im Topf aus und wird deutlich kräftiger ausfallen. Verfeinert wurde er mit 40 % Bluthaselblättern, die mir die liebe Géraldine mitgebracht hat.
Vielen Dank euch Allen!



Holunder "Black Lace"-Blätter auf Merinowolle

7. Juni 2014

Momentan kann ich nicht von den zarten Farben lassen . . .

Junifärbungen

  . . . bzw. bestimmt die Natur, wie das Farbspektrum aussieht. Alle Färbungen wurden mit frisch geernteten Pflanzenteilen gefärbt. Ich habe nun meine letzten zweijährigen Waidpflanzen abgeerntet und damit noch mal 3 Nudetöne auf 3 verschiedene  Garne gezaubert. Die Königskerzen im Gemüsebeet fallen nach und nach der Färbelust zum Opfer (außerdem brauche ich den Platz um buntstieligen Mangold zu säen) und liefern Gelb. Die Rosenblätter überzeugen mich mit grünlichen Sandtönen (Géraldine besteht auf das Grün ;-) ).

Rose und Waid auf Filisilk


29. Mai 2014

Ich entdecke grade mein Herz für die ganz zarten Farbe . . .


. . . die einen ganz eigenen Charme entwickeln, wenn ich sie hin und her schiebe.
Oben in der Mitte seht ihr die Rosenblütenfärbung auf Rosy Green Wool. Gefärbt im ersten Farbzug mit 440% frischen Blüten.
Die Folgefarbzüge auf Filigran Lacegarn fielen kräftiger aus. Zusammen mit dem Waidrosa finde ich sie sehr, sehr schön (obwohl ich für mich eher nicht zu diesen Farben greifen würde). Was mir nur auffällt ist, dass sich die gefärbten Stränge etwas "baumwolliger" anfühlen, als sonst. An der Beize liegt es nicht, ich habe die Wolle wie sonst auch mit Kaltbeize Al gebeizt. Die Topftemperatur war auch ok. Liegt es etwa an den Rosenblüten?




27. Mai 2014

Der Farbtopf dampft

Rosy Green Wool

Das Wollwochenende auf dem Hilshof rückt näher. Die Stockumer Wollwerkstatt, sprich Ute, Géraldine und ich sind mit unseren unterschiedlichen Wollprodukten auch wieder am Start. Ute muss noch einige Schafe scheren, Géraldine hat schon tüchtig Kammzüge gefärbt und auch bei mir dampfen die Töpfe.
Ich habe den Wunsch viel Rosy Green Wool mitzunehmen, weil es mir einfach Freude macht, Wolle zu verkaufen, bei der ich sicher sein kann, dass die Schafhaltung in Ordnung ist. Da ich aber immer nur kleine Portionen färbe, oft nur einen Strang pro Farbzug, ist es recht aufwändig, größere Mengen zusammen zu bekommen.
Aber auch Lacegarne und Sockenwolle möchte ich mitnehmen.
Zunächst einmal ging es den übrig gebliebenen getrockneten roten Blättern vom Vorjahr an den Kragen. So entstanden ein ein paar güne Wollstränge.
Aber auch die Waidfärbung von neulich wiederholte ich, denn ich habe so viele 2-jährige Waidpflanzen, die die Beete räumen müssen und es wäre schade, sie nicht zu nutzen.
Leider waren die letzten Tage zum Fotografieren nicht so geeignet und das Bild sieht etwas düster aus. Beim Einkaufsbummel letzte Woche fielen mir in allen Schuhgeschäften Schuhe auf, die genau diese undefinierbare "Mäuseschwänzchenfarbe" der Waidfärbungen haben.
Auch die Babyschuhe meiner Mutter passen gut dazu :-).
Dann gibt es Saisonfarben, zu nennen sind da Brennnessel und Königskerzen, die für unterschiedliche Gelbtöne sorgen.
Für alle, die nicht zum Hilshof kommen können: Die Färbungen gibt es in meinem shop und können auch dort erworben werden. Zum Hilshof nehme ich dann mit, was ich da habe.

Waidfärbungen

Obwohl es heute wieder regnet, färbe ich, denn Rosenduft kann ich auch in der Küche gut ertragen. Die Rosenblütenblätter stammen aus dem Garten der Einrichtung, in der ich arbeite. Dort blühen viele rote Rosen.


Rosenblütenfärbung auf Rosy Wolle :-)

18. Mai 2014

Großes Strickvergnügen


Meine aktuelle Strickliebe ist der "Entrelac Shawl with Tassels" von Eva Martinsson. Ich verliebte mich spontan in ihn, als ich bei ravelry über das von Lea Victoria gestrickte Exemplar stolperte. Ursprünglich hatte ich das im letzten Beitrag vorgestellte handgesponnene Garn dafür verstricken wollen, hatte dann aber den Eindruck, dass die seidige Glattheit des Garns für dieses Tuch nicht geeignet ist.
So stricke ich meins ebenfalls mit Noro Silk Garden Sock Yarn. Hier wartete ein von aussen sehr unspektakuläres Knäuelchen  (außen sah man nur die Blautöne) schon länger auf seine Bestimmung. Mit Mühe und Not habe ich dann noch ein zweites Knäuel der gleichen Farbnummer im www entdeckt und kann den Strickspaß weiterführen.
Entrelac-Muster haben mir eigentlich nie besonders gefallen, aber in Kombination mit den Quasten und der Form finde ich Entralac perfekt.
Vor allem ist es toll für die Farbenpracht der Norogarn geeignet, die hier flächig in Erscheinung treten kann.
Dieses Garn beflügelt meine Spinnphantasie.
Der Seidenanteil scheint hauptsächlich aus Throwster waste zu bestehen und verleiht dem Garn eine ganz besondere Textur.
Ich hatte übrigens nur einen Knoten im ersten Knäuel. Zweimal ist mir das Garn gerissen, weil es an den besonders voluminösen Stellen zu wenig Drall hatte. Aber diese "handspunartige" Ausspinnung ist eben auch eine Besonderheit von Noro.
Ich liebe Norogarne.



14. Mai 2014

Weich und seidig . . .




. . . ist dieses handgesponnene Garn geworden. Ich hatte mir einen handgefärbten Kammzug von Géraldine ausgesucht, um ihn mit in den Osterurlaub zu nehmen. Ausnahmsweise hatte ich ein ganz bestimmtes Strickprojekt vor Augen (zu dem ich beim ersten Anblick in spontaner Liebe entbrannte) für das ich spinnen wollte. 

Geponnen habe ich mit kleinster Übersetzung ganz langsam und genüsslich (und auch sehr lange) und meinen neuen WooLeeWinder fürs Lendrum benutzt.

Die Mischung des Kammzugs (und damit auch des fertigen Garns): Corriedale und Milchseide

Ich war so stolz, dass ich das weich ausgesponnene Singlegarn ohne Reissen von der Spule auf die Haspel bekam, war aber so dämlich, es beim Waschen nicht gut genug abzubinden, was dazu führte, dass ich Stunden damit verbrachte, es danach wieder zu entwursteln. 

Die Lauflänge des Garns beträgt ca. 400m/100g. Da bin ich etwas übers Ziel hinaus geschossen, denn ich hatte 300m/100g angepeilt.

Beim Anstricken stellte ich fest, dass der weiche seidige Charakter des Garns gar nicht so gut zu meinem Strickprojekt passt. Ich habe es nun mit einem etwas kernigeren Material angestrickt . . . dazu aber später.




230g frisch von der Haspel

Beim Wickeln verhielt sich das seidenweiche Garn fast so zickig wie echte Seide, es flutschte und brachte den Wollwickler und mich an unsere Grenzen ;-), weshalb es auch zwei Knäule werden mussten, denn ein "Abrutschen" drohte.





9. Mai 2014

Von Malve zu Mäuseschwänzchen . . .



 . . . so präsentieren sich meine Färbungen mit den Blättern des 2-jährigen Waids, der sich mittlerweile in meinem Garten stark ausgebreitet hat. Jenny Dean schreibt in WILD COLOR  ". . . leaves can be used do produce pinky-tan shades."
So isses, es enstanden Farbtöne zwischen Malve und Mäuseschwänzchen, irgendwie altmodisch anmutend, finde ich.
Kirsten hat es vor längerer Zeit schon vorgemacht (von ihr stammen auch die Waidsamen, die ich ausgesät habe) und ich wollte es nun einfach auch mal tun :-). Im Gegensatz zu Kirsten habe ich das Garn aber nicht vorgebeizt, da Jenny schreibt, dass keine Vorbeize nötig ist. Vielleicht färbe ich noch mal Probesträngchen gebeizte und ungebeizte Wolle gemeinsam, 2-jährige Waidblätter habe ich genug.
Alle Malven und Mauseschwänzchen sind auf Sockenwolle gefärbt.



Kombiniert mit dem Grün aus einer Blutpflaumenfärbung haben sie Charme.  


Aber ob ich mich mit den Mauseschwänzchen unten anfreunden kann? :-)

Mauseschwänzchen