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11. Dezember 2012

Jakobwolle auf Coburgerfuchs



Da sind sie nun. Die ersten mit sich selbst verzwirnten Stränge aus der handgekämmten Jakobschafwolle. Das Verwirnen des Anfang- und Endfadens des mit dem Wollwickler gewickelten Knäuels, klappte dieses Mal auf Anhieb sehr gut. 
Für die Mischtöne habe ich die melierten Vliese von unten gekämmt. Wundersamerweise verschwand das Wachsig-Drahtige des Wollfetts, das mich an den trotz Wäsche noch sehr fettigen Vliesen gestört hatte, beim Kämmen komplett. Das gewaschene Endergebnis ist fluffig, weich und verströmt trotzdem noch einen angenehmen zarten Schafgeruch. Jetzt kämme ich grade die dunkelbraunen Vliese.
Übrigens begeistert mich mein neuer Fotohintergrund sehr. Da sich Wollweiß nicht gut auf Wollweiß fotografieren lässt, habe ich mir einen langgehegten Wunsch erfüllt und mir eine Coburger Fuchsschafdecke aus kontrolliert biologischer Tierhaltung vom Finkhof bestellt, die mit ihrem zarten Farbton einen schönen Kontrast schafft. Diese schöne Decke wird natürlich nicht nur als Fotohintergrund zum Einsatz kommen. Wie das bewährte wollweiße Stück (die Babydecke meiner großen Tochter) wird sie uns auch wärmen.

8. Dezember 2012

Jakobwolle - gekämmt, kardiert und versponnen


Ich freue mich schon. Nachher bekomme ich Besuch von einer lieben alten Freundin, die Wolle bei mir kardieren  und Spinnen möchte. Ich bin grade dabei meine kleinen Spulen vom Lendrum zu leeren. Ich hatte auf 3 Spulen Jakobwolle,  die mich nicht glücklich gemacht hat. Meine kardierten Vliese waren mir noch zu fettig (obwohl gewaschen) und mit zu viel kurzen Fasern durchsetzt. So wurde das gesponnene Fädchen für meinen Geschmack zu ungleichmäßig. Ich hatte versucht das durch 3-fädiges Zwirnen etwas auszugleichen, bin aber nicht wirklich glücklich mit diesem Strang. So zwirne ich jetzt 2-fädig. Der Rest von der dritten Spule wird  mitverzwirnt, wenn die erste der beiden Spulen, die ich jetzt beim Zwirnen abwickele, leer ist. 
Unten seht ihr, was für ein Dreck (weiße Fettklümpchen, Pflanzenreste und echter "Dreck") trotz Waschen der Rohwolle in der Badewanne beim Zwirnen aus dem Faden rieselt. Ich wasche vorerst nur noch Kleinportionen, das Ergebnis ist bei mir deutlich besser.


Ganz anders als das aus dem Vlies gesponnene ist das Garn unten. Auf dieser Spule sind meine versponnenen handgekämmten Minikammzüge, sauber, absolut frei von Knubbeln und Dreck. Ich überlege grade, wie ich es verzwirne. 2-fädig gefiele mir gut, aber ich möchte keine Reste haben und die Methode ein Knäuel zu wickeln und die beiden Enden zu verzwirnen finde ich zu kniffelig. Navajo- bzw. Luftmaschenzwirn?


Hier seht ihr, wie die ausgekämmten kurzen Fasern kardiert aussehen. Für das Projekt "Puppenmatte" gut geeignet.


29. September 2012

Jakobwolle


Der erste Strang Jakobwolle (142 g) ist fertig. Ich habe 3 Spulen gefüllt und einen Dreifachzwirn hergestellt, da ich schnell gemerkt habe, dass im kardierten Vlies zu viele Knübbelchen waren, um wirklich gleichmäßig zu spinnen. Ich habe dann einfach drauf losgesponnen und darauf vertraut, dass sich die knubbeligen Stellen im Dreifachzwirn ausgleichen. Das Garn ist rustikal und dick (Nadelstärke 7, schätze ich).
Es ist schon eine Erfahrung den ganzen Prozess selbst zu machen (vom Waschen übers Kardieren zum Spinnen). Das Vlies stammt von einem Schaf meiner Nachbarn (und 2 komplette Vliese stehen noch ungewaschen im Badezimmer).




21. September 2012

Ein Lichtblick

Seit der Geburt meines Sohnes vor fast 23 Jahren ist es für mich zur Selbstverständlichkeit geworden, auf die Qualität der Lebensmittel zu achten, die wir essen. Lebensmitteln die nach den Richtlinien von Anbauverbänden wie Bioland oder Demeter produziert werden, bevorzuge ich, da ich weiss, dass die Anforderungen an das Produkt weit über die EG-ÖKO-Verordnung hinausgehen.
Bezogen auf den Umgang mit Wolle, diesem herrlichen Material, war es naheliegend mich auf die Suche nach Garnen zu machen, die von Schafen stammen, die artgerecht gehalten werden. Mir schien es logisch nach Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung zu suchen. 
Schnell merkte ich, dass ich die Nadel im Heuhaufen suche. Fertige Textilien zu finden ist nicht so schwer, aber Handstrickgarne sind rar. 
Im Zusammenhang mit Biolandbetrieben stößt man schnell auf den Finkhof (dessen Angebot ich schon seit 20 Jahren kenne), der Wolle vom Merinolandschaf und anderen heimischen Schafrassen anbietet. 
Das war es dann aber fast auch schon.
Das ist schon sehr ernüchternd, wenn man bedenkt, dass online-Woll-shops wie Pilze aus dem Boden schießen.
Gibt es nicht noch mehr Strickerinnen, Färberinnen, Filzerinnen, denen es wichtig ist, wie die Tiere leben und unter welchen Bedingungen das Garn/ der Kammzug/ das Vlies hergestellt wird? 


Umso mehr freute ich mich, als ich letzten Samstag  Rosy Green Wool entdeckte. Ich war sofort neugierig und bestellte mir meine ersten 6 Stränge in den Farben, die mir besonders gut gefielen.Und hier ist es. Ein glattes, 5-fädiges, weiches Kammgarn - wunderschön!
Den Finkhöflern und Rosy und Patrick wünsche ich (weiterhin) und zum Start viel Erfolg!!!


Mehr zum Thema bietet  beispielsweise diese Greenpeace-Publikation:

Auf der Seite von Rosy Green Wool findet ihr noch weitere interessante Links.
Ich würde mich freuen, wenn es uns gelänge, weitere Produkte zusammenzutragen, die die Bezeichnung "Biogarne" wirklich verdienen. Ich hoffe auf eure Kommentare!

Ich werde mich jetzt weiter um meine Jakobwolle kümmern, da weiß ich genau wo sie herkommt :-)
Eine dritte Spule fülle ich grade und werde ein dreifädiges Garn herstellen.



23. Juli 2012

. . . ein paar Stunden später . . .


. . .  habe ich mir eine Pause verdient (und leider auch anderes zu tun). Zupfen, kurbeln, abnehmen, bewundern . . . und das Ganze von vorn. Die kardierten Vliese wurden immer schwerer ohne dass ich mich bewußt darum bemühte mehr Wolle auf die Maschine zu packen - um die 60 g wiegen die zuletzt kardierten. Das Jakob-Vlies ist merklich geschrumpft und meine Hände sind von dem Restlanolin in der gewaschenen  Wolle gepflegt wie selten.
Übrigens findet sich auch in gewaschener Wolle Flora und Fauna.


Das nächste Abenteuer liegt bereits in der Wanne. Es handelt sich um Susis Vlies. Ich hatte schon ein paar Probestücke gewaschen und festgestellt, dass es eine Filzschicht zwischen den weichen Unterhaaren und den langen Strähnen gibt (der viele Regen ist Schuld). Gewaschen wird das Vlies jetzt aber auf jeden Fall komplett, denn zum Einfilzen sind die Strähnen (notfalls dann eben abgeschnitten) gut zu gebrauchen.


Nachdem ich am frühen Abend noch Zupf- und Kurbelhilfehilfe von zwei 10- und 12-jährigen Mädchen bekommen hatte, sah die Ausbeute des Tages so aus.



So herrlich fängt mein Tag heute an . . .



Ich kardiere die gewaschene Wolle vom Jakobschaf. Das Vlies habe ich am Samstag gewaschen und es ist nun größtenteils trocken. Gewaschen habe ich es im Fliegennetz in der Badewanne mit Feinwaschmittel bei 45 C°.  Auf zwei Waschgänge folgten zwei Spülgänge.





Es ist so schön die Verwandlung der Wollflocken in ein fluffiges karkiertes Vlies zu erleben, vor allem zu erfühlen. Meine Kardiermaschine, die 512 von Tom Walther, das Vorgängermodell von "Rudy",  liefert mir  40-50-g-Wölkchen. Vielleicht könnte ich noch etwas mehr drauf packen, aber so fühlt es sich für mich genau richtig an. Herrlich, dass ich heute ganz viel Zeit habe.

20. Juli 2012

Wolle vom Jakobschaf


Dieses Schaf geizt etwas mit seinen braunen Flecken ;-)
Dieses Vlies stammt natürlich auch von meiner spinnenden Nachbarin. Ich freue mich schon aufs Waschen, denn anders als bei Susi, ist das Vlies nicht verfilzt. Das Filzproblem betrifft laut Ute dieses Jahr durch den vielen Regen besonders die langhaarigen Spaelsauschafe. Ich werde es mit der Schere lösen und Susis schöne Strähnen abschneiden und dann zum Effektspinnen- und filzen nutzen.



8. Juli 2011

Wärmespender


Beim letzten Spinntreffen bei meiner Nachbarin Ute habe ich angefangen, dieses dicke Singlegarn auf dem Hammerrad zu spinnen.

Material: British Falkland Wolle von der Zauberwiese, ein Kammzug namens Wärmespender

Ich bin sehr zufrieden. Es sollte dick werden und es wird gut mit Nadelstärke 6 aufwärts verstrickbar sein.




Diese Stränge, ebenfalls ehemalige Zauberwiesenkammzüge sind zweifädig und navajoverzwirnt.
Ich bin mit ihnen allerdings nicht zufrieden, da das Garn mir beim Verzwirnen dauernd gerissen ist. Das Problem ist eigentlich keins. Ich habe entspannt gesponnen, das mag mein Tom (das alte Modell) nicht, sein Einzug ist zu stark. Ich brauche also für den langen Auszug ein anderes Rad. Mit dem Lendrum, einer Kurzleihgabe von Ute, klappte es viel besser.


Unten seht ihr das Vlies von Susi, dem Patenschaf (Norsk Spaelsau) meiner Tochter, rechts das Vlies von Schüppchen, einem Jakobschaf.


Die Patenschafgebühr habe ich dieses Jahr in der Wollwährung beglichen. Hier habe ich die Färbeschätze aufgebaut, damit sich Ute, die Schafhalterin, ein paar Stränge aussuchen konnte.

Nachtrag am 12.07.: Diese Patenschaft kann man nicht kaufen ;-)
Es ist eine Absprache zwischen meiner spinnenden, schafhaltenden Nachbarin und mir. Es geht hauptsächlich darum, das meine tierliebe große Tochter bei allen Maßnahmen rund ums Schaf dabei sein kann. Sie fährt gelegentlich mit, wenn ein Teil der Herde die Weide wechselt, hilft beim Entwurmen, assistiert bei der Schur . . . und natürlich wird Susi gründlich geknuddelt.
Ich bekomme das Vlies :-)


25. Mai 2010

Vor der Haustür . . .

Keine 200 m von uns entfernt stehen auf einer Weide seit kurzem ca. 14 Muttertiere mit ihren Lämmern (es sind mindestens 14, vielleicht auch mehr). Als ich heute mit Clara an der Weide stand, haben wir die Halterin kennengelernt. Ich hatte es mir schon gedacht - sie spinnt. Ihre Schafe sind allesamt ausgezeichnete Wolllieferanten. Es sind Jakobschafe (oben), Gotlandschafe (das Schaf mit dem dunklen Kopf unten links ist eins davon, die beiden "schwarzen" Lämmer gehören dazu) und Norsk Spaelsau (ganz unten). Die Schafhaltung betreibt sie als Hobby, gibt aber auch ihr gesponnenes Garn und Rohwolle ab. Bei ihr findet auch regelmäßig ein Spinntreff statt. Unglaublicherweise fast bei mir um die Ecke. Tja, seit fast 10 Jahren wohnen wir hier auf dem Land und das war mir bisher entgangen :-). Nun freue ich mich neben den "Niederrheinspinnern" noch eine weitere Anlaufstelle zu haben.



Und da Naturfarben mir momentan so gut gefallen, habe ich ein Strickstück aus pflanzengefärbter Wolle begonnen (leider wie immer: die Farben sind in echt viel schöner, das Grün ist saftiger, das Gelb gelber, egal ob im lichten Schatten oder in der Sonne fotografiert). Bisher angestrickt sind folgende Färbungen:
rote Stockrosenblüten, Apfelbaumrinde überfärbt mit rotenStockrosenblüten, Apfelbaumrinde überfärbt mit schwarzen Stockrosenblüten, Apfelbaumrinde pur und Olivenblätter

31. März 2009

Schafe aus der Nachbarschaft


Beim Luftschnappen heute vormittag trafen Clara und ich diese Beiden hier -
ein prächtiges Jakobschaf und ein weiteres Schaf. Seit gestern stehen sie bei uns in der Nachbarschaft auf einer Weide und lassen sich bewundern.