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9. April 2013

Ashford wild drum carder


Ich möchte euch heute meine neue kleine hübsche Kardiermaschine vorstellen. Sie hat mir so fleissig dabei geholfen die Frühlingsvliese zu kardieren. Dieses Maschinchen ist so handlich, dass es eine Freude ist. Die Vliese, die ich bisher damit kardiert habe, wiegen zwischen 20 g und 30 g. Ich finde sie unheimlich toll zum mischen verschiedener Farben.
Ich habe schon lange von einer Maschine mit feinerer Benadelung als Ergänzung zu meiner bereits vorhandenen  Kardiermaschine (das alte Modell von Tom Walther) geträumt, jetzt habe ich sie.
Meine Vlieschen habe ich nun der Länge nach geviertelt und vorsichtig ausgezogen (pre drafting).


29. November 2012

Mein neues Spielzeug - einreihige Wollkämme


Diese Kämmchen bereiten mir zur Zeit viel Freude. Die Minikammzüge, die ich damit erhalte, sind ein fluffiger Traum. Aber nun von Anfang an. Ich wasche dafür die Rohwolle vom Jakobschaf portionsweise mit sehr warmem Wasser und Feinwaschmittel. Damit erziele ich bessere Ergebnisse als mit der Methode, das ganze Vlies in der Waschmaschine, äh, Badewanne, zu waschen. Ich habe ausgerechnet, dass zumindest in diesem Vlies der Gewichtsanteil an Fett und Schmutz bei 40 % liegt.

Rohwolle vom Jakobschaf

Die auch nach dem Waschen teilweise noch verschmutzten Spitzen stören nicht, denn beim Zupfen der Wolle rieselt der Schmutz heraus.

2 mal mit Feinwaschmittel im Eimer gewaschene Wolle

Das Kämmen funktioniert  auch mit Rohwolle oder ungezupfter gewaschener Wolle. Ich kämme aber am liebsten die gewaschenen gezupften Wollflöckchen.

Wolle nach 3 Kämmdurchgängen

ausgezogener Kammzug

Fertiger Minikammzug

Das Nebenprodukt, die aussortierten kurzen Fasern

Aus diesen Flöckchen, die beim Kämmen aussortiert werden, möchte meine 4-jährige mit mir zusammen eine Matte für ihre Puppen filzen. Darauf freuen wir uns schon. Wir sammeln sie in einem Wäschenetz.
Das fertige Garn wird für mich einen hohen Wert besitzten. Mit meinen kleinen Kämmen habe ich eine Ausbeute von 1g Kammzug pro Kämmvorgang. Die aussortierten Flöckchen wiegen knapp das Doppelte. 
Für Ungeduldige ist das Kämmen also nicht zu empfehlen. Allerdings wird sich das Gewichtsverhältnis zugunsten des Kammzugs verschieben, wenn ich mich zu den längeren Abschnitten im Wollvlies vorarbeite.
Nun träume ich von größeren Kämmen, habe auch schon ein Auge auf ein englisches Produkt geworfen. 

Kattugla, deren Video ich euch sehr empfehlen kann, erzielt immerhin 7g Kammzug pro Kämmvorgang. Viel Spaß beim Anschauen, ich liebe dieses Video.


29. September 2012

Jakobwolle


Der erste Strang Jakobwolle (142 g) ist fertig. Ich habe 3 Spulen gefüllt und einen Dreifachzwirn hergestellt, da ich schnell gemerkt habe, dass im kardierten Vlies zu viele Knübbelchen waren, um wirklich gleichmäßig zu spinnen. Ich habe dann einfach drauf losgesponnen und darauf vertraut, dass sich die knubbeligen Stellen im Dreifachzwirn ausgleichen. Das Garn ist rustikal und dick (Nadelstärke 7, schätze ich).
Es ist schon eine Erfahrung den ganzen Prozess selbst zu machen (vom Waschen übers Kardieren zum Spinnen). Das Vlies stammt von einem Schaf meiner Nachbarn (und 2 komplette Vliese stehen noch ungewaschen im Badezimmer).




23. Juli 2012

. . . ein paar Stunden später . . .


. . .  habe ich mir eine Pause verdient (und leider auch anderes zu tun). Zupfen, kurbeln, abnehmen, bewundern . . . und das Ganze von vorn. Die kardierten Vliese wurden immer schwerer ohne dass ich mich bewußt darum bemühte mehr Wolle auf die Maschine zu packen - um die 60 g wiegen die zuletzt kardierten. Das Jakob-Vlies ist merklich geschrumpft und meine Hände sind von dem Restlanolin in der gewaschenen  Wolle gepflegt wie selten.
Übrigens findet sich auch in gewaschener Wolle Flora und Fauna.


Das nächste Abenteuer liegt bereits in der Wanne. Es handelt sich um Susis Vlies. Ich hatte schon ein paar Probestücke gewaschen und festgestellt, dass es eine Filzschicht zwischen den weichen Unterhaaren und den langen Strähnen gibt (der viele Regen ist Schuld). Gewaschen wird das Vlies jetzt aber auf jeden Fall komplett, denn zum Einfilzen sind die Strähnen (notfalls dann eben abgeschnitten) gut zu gebrauchen.


Nachdem ich am frühen Abend noch Zupf- und Kurbelhilfehilfe von zwei 10- und 12-jährigen Mädchen bekommen hatte, sah die Ausbeute des Tages so aus.



So herrlich fängt mein Tag heute an . . .



Ich kardiere die gewaschene Wolle vom Jakobschaf. Das Vlies habe ich am Samstag gewaschen und es ist nun größtenteils trocken. Gewaschen habe ich es im Fliegennetz in der Badewanne mit Feinwaschmittel bei 45 C°.  Auf zwei Waschgänge folgten zwei Spülgänge.





Es ist so schön die Verwandlung der Wollflocken in ein fluffiges karkiertes Vlies zu erleben, vor allem zu erfühlen. Meine Kardiermaschine, die 512 von Tom Walther, das Vorgängermodell von "Rudy",  liefert mir  40-50-g-Wölkchen. Vielleicht könnte ich noch etwas mehr drauf packen, aber so fühlt es sich für mich genau richtig an. Herrlich, dass ich heute ganz viel Zeit habe.

5. August 2011

Bildergeschichte: Vom Schaf zum kardierten Vlies


Hier kommt Susi auf Zuruf meiner großen Tochter angetrabt, unser Norsk Spaelsau Patenschaf aus der Nachbarschaft.
So sieht Susis Vlies frisch vom Schaf aus. Susi wird mehr und mehr zur Blondine.


Hier habe ich das komplette Vlies (mal wieder von Ute perfekt am Stück geschoren) in die Badewanne verfrachtet. Warmes Wasser mit einer Hand voll Feinwaschmittel dazu und ein paar Stunden warten . . .


. . . und das Vlies schwimmt in einer Dreckbrühe. Nachdem ich das Wasser abgelassen hatte, habe ich das Vlies vorsichtig eingerollt, in eine Klappbox verfrachtet und die Wanne mit frischem Wasser gefüllt, das Vlies wieder eingelegt, gewartet, bis das Wasser wieder schmutzig war und die Prozedur noch einmal wiederholt.


Hier trocknet das gewaschene Vlies im Schatten.


Heute ging es dann weiter. Ich durfte nach Einführung durch Ute deren Picker nutzen (ein martialisch anmutendes Gerät mit spitzen Zähnen, das das Zupfen der Wolle von Hand ersetzt).

@ Bärbel: Ich nehme an, dass der angelsächsische "Picker" seine deutsche Entsprechung im "Wolf", der "Kratze" und "Entfilzungsbank" hat. Ein ähnlich aussehendes Gerät habe ich unter diesen Bezeichnungen in "das grosse Spinnbuch" von Miriam Meertens gefunden (nur noch im Antiquariat erhältlich).

Unten seht ihr einen Teil der gepickten Wolle, das perfekte Material, um die Kardiermaschine zu füttern.


Unten die ersten beiden fertig kardierten Vliese, die jeweils um die 100 g wiegen.


Ende gut, alles gut! Winke, winke an die Schafhalter Ute und Ludger!