14. Juni 2013

Der Tag beginnt prächtig mit Stockrosenblüten


schwarze Stockrosenblüten auf Wolle und Seide

Sie blieben lange liegen, die von meiner Nachbarin Inge und mir 2011 getrennt von den roten Blüten gesammelten "schwarzen" Stockrosenblüten. Gestern fielen sie mir in die Hände und ich färbte damit einen Seidenschal und 2 Stränge Lacegarn. Meine Erfahrung mit Stockrosenfärbungen ist, dass sie nicht sehr lichtecht sind und sich mit der Zeit deutlich verändern. Zu Beginn meiner Färberzeit habe ich damit einen Farbzug nach dem anderen gefärbt und festgestellt, dass besonders die hellen Farböne sehr ausbleichen.
Oder ist es ein Altern in Würde? Unten seht ihr, wie meine Komifäustlinge heute morgen aussehen und im Vergleich dazu direkt nach dem Stricken 2006. Sämtliche Blau- und Grautöne sind mit schwarzen Stockrosenblüten gefärbt, das Olivgrün mit roten Stockrosenblüten.

Komifäustlinge 2013

Komifäustling 2006

Der Unterschied zwischen der Farbe auf Seide und der Farbe auf Wolle ist eindrucksvoll. Ich bin gespannt, wie beides getrocknet aussieht.



16.00 Uhr: Mal wieder wurde ich Zeuge einer ungeplanten wundersamen Verwandlung durch Wollwaschmittel. Kaum hatte ich die vormals violette ausgespülte Seide in das Bad mit Wollwaschmittel (dieses Mal das von mir sehr geschätzte Sonett Olivenwaschmittel) eingelegt, schlug die Farbe um. So schnell konnte ich gar nicht gucken. Jetzt präsentiert sie sich in rauchigem Petrol. Schade, das Violett gefiel mir außerordentlich gut, wobei Petrol zu "meinen" Farben gehört und ich es sehr mag.

Unten seht ihr, wie sich die Mispelrindenfärbung weiterentwickelt hat. Der Sud hatte sich nach fast 2-wöchigem Einweichen so intensiviert, dass ich noch einen Farbzug wagte, den ich mit 50% frischen roten Dahlienblüten (noch nicht aus dem Beet, sondern aus dem Topf) aufpeppte. Jetzt werde ich einen Rhabarber-Erdbeerkuchen für einen lieben Menschen backen, der ebenfalls in Würde gealtert ist und heute Geburtstag hat ;-).


Kommentare:

  1. Die in Würde gealterten handschuhe gefallen mir eigentlich besser! Wenn wir das alle mit dem Altern so hinbekommen, dann wäre des ein Traum! LG Susa

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  2. Ich finde es faszinierend, wie die Farben sich hinterher noch verändern und wie unterschiedlich sie sich auf den verschiedenen Materialien entwickeln. Die Handschuhe sehen so, oder auch so schön aus.

    LG Manuela

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  3. .........deine handschuhe sind in Würde gealtert und immer noch wunderschön. Ich schliesse mich Susa an, Altern wie deine handschuhe ist beruhigend und wohltuend.

    Liebe Grüße Traudel

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  4. Ich sehe das wie die anderen - mir gefallen die gealterten Pflanzenfarben oft auch besser als die frischen. Ich färbe nun seit über 30 Jahren. Bei meinen Eltern gibt es einen Hocker, der mit einem von mir gewebten Stoff bezogen ist. Der steht seit den 80er Jahren im sonnigen Wohnzimmer und wirkt immer noch schön. Die chemisch gefärbten Sofakissen daneben wurden in dieser Zeit schon mehrfach ausgetauscht, weil sie verblichen waren.

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  5. Hallo, mir bleibt nichts weiter als mich den Vorrednerinnen anzuschließen. Vielleicht doch noch ein weiterer Gedanke zu dem Thema....wenn die einzigste Konstante im Leben die Veränderung ist, dann ist es doch nur logisch wenn es bei Pflanzenfärbung eben auch so ist. Dass die Farbveränderung nicht das schlechteste sein muss, sieht man ja hier. Ein schönes WE u frohes Werkeln! viele Grüße bjmonitas

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  6. Das ist wirklich interessant, ich hätte gedacht, dass die Farben mehr oder weniger ganz verschwinden. Deshalb habe ich bis jetzt nur mit Säurefarben gefärbt. Die sind mir aber eigentlich zu künstlich bunt.
    Ich versuchs mal mit meiner Mohairwolle...
    Vielen Dank!
    Liebe Grüsse
    Maria

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    1. Das wäre aber traurig, wenn die Farben verschwinden würden. Niemand würde dann wohl diesen Aufwand treiben mögen. Viele Farben sind sogar ausgesprochen lichtecht und halten sehr gut. Manche sind aber auch empfindlich, wie die Stockrosenfarben. Falls du deine herrlichen Mohairlocken wirklich färben möchtest empfehle ich dir ein gutes Buche für den Einstieg in die Pflanzenfärberei, wie das von Dorothea Fischer, die jeden Schritt sehr gründlich erklärt.
      Liebe Grüße
      Sabine

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  7. Liebe Sabine,
    auch ich liebe die gealterten Farben, die manchmal mit einem feinen Grauschleier überzogen scheinen und manchmal einfach nur sanfter wirken. Die Natur ist eine Zauberin und ich bin ganz dankbar, dass wir an diesem Zauber teilhaben.
    Sei herzlich gegrüßt
    Jana

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