Der November beginnt mit Frühlingstemperaturen. Der erste Frost läßt auf sich warten und es blüht und grünt im Garten. Der Färberwaid, einst als Samen von
Kirsten bei mir eingezogen, hat sich ausgebreitet und so finde ich an vielen Stellen seine Blattrosetten. Und weil nicht überall Färberwaid wachsen soll, habe ich Ende Oktober mit den frischen Waidblättern auf der wunderschönen Angorawolle von
Claire Metz gefärbt. Wer Claire demnächst auf einem Markt begegnet, wird vielleicht auch den ein oder anderen Strang von mir pflanzengefärbter Wolle sehen. Morgen packe ich ein großes Paket und bin gespannt, wie Claire der Inhalt gefällt. Ich bin sehr begeistert von ihren Garnen, die eine wunderschöne Zwirnung haben.
Diese Waidfärbung führt häufig zu Erstaunen, denn mit Färberwaid wird meistens Indigoblau assoziiert. Für diese Färbung, die einen ganz spezielles Altrosa liefert, wird keine Küpe angesetzt, sondern die Blätter werden frisch gepflückt aufgekocht.
In meinem Garten muss ich genau hinschauen, denn die Rosetten der Nachtkerze ähneln den Waidrosetten auf den ersten Blick sehr. Beide wachsen im selben Beet kunterbunt gemischt. Spätestens beim Reiben der Blätter erkenne ich den Waid, der einen ganz besonderen Geruch hat, den ich nicht beschreiben kann.
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Blattrosetten des Färberwaids |
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Angorawolle von Claire Metz |
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Blattrosetten der Nachtkerze |