7. Mai 2011

Grün mit Pflanzenfarben färben?


Na, klar!
Spektakuläres Grün habe ich gestern gefärbt. Ein schönes, sattes Hellgrün, das ich soo grün nicht erwartet hätte.
Ich habe meinen Purpursalbei gestutzt. Ein mächtiges Exemplar, das mittlerweile ca. 2 Quadratmeter einnimmt. Ich habe einige Äste komplett entfernt. Zum Färben habe ich nichtverholzte Stiele und die frischen Blätter benutzt. Da ich bisher die Erfahrung gemacht habe, dass die Färbung grüner wird, wenn man ausschließlich die roten Triebspitzen zum Färben nimmt, hat mich das Ergebnis überrascht.
Gefärbt habe ich auf "Cocoon", einem Merinogarn, das eine Weile lang im Wollatelier Schlawin erhältlich war.
Das neue Grün ergänzt hervorragend die bisher gefärbten Cocoonstränge.

Grün im Duett ergeben unten Blutpflaumenblätter und Purpursalbei (lieber Eberhard, das überzeugt dich sicher!)


Hier kommt die Ligusterbeere ins Spiel:


Hier noch die Apfelbaumrinde und Holundersaft. Das sind Farben die ich besonders liebe!


6. Mai 2011

Färbung mit Frauenmantel


Nach der Rückkehr aus dem Urlaub präsentierte sich der Löwenzahn als Pusteblume. Aber es warten ja noch andere Pflanzen im Garten, mit denen gefärbt werden kann.
Da der Frauenmantel sich mittlerweile großzügig ausgebreitet hat, erntete ich Blätter und Stiele und färbte mit 311% (ich habe einfach die Menge genommen, die ich abschneiden mochte) 2 Stränge Schurwollkammgarn und einen Strang Sockenwolle (in der Mitte).
Ich glaube es ist Alchemilla mollis, die ich im Garten habe. Es ist erstaunlich, wie zart die Gelbnuancen der unterschiedlichen Gelbfärber sind. Das ruft eigentlich nach einem größeren Projekt. Einen Arbeitstitel hätte ich schon, aber dazu vielleicht später, wenn die Zeit reif ist.


2. Mai 2011

Insel-Lieblingshandlinge (Nr. 5)


Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen:
Diese Exemplare möchte ich euch noch zeigen, bevor ab morgen meine (Frei)zeit wieder knapper wird. Entstanden sind sie komplett im Urlaub auf "meiner" Insel, dem Ort, der mir immer gut tut.
Die Farben empfinde ich als absolut harmonisch, wie die Farben der Dünen, des Himmels, des Strandes . . .



Verstrickt habe ich ein traumhaftes Merinolacegarn, das ich im Wollatelier-Schlawin bestellt habe. Zum Glück habe ich davon noch 2 Konen :-)
Es gibt immer wieder interessante Garne dort, das Angebot wechselt und es lohnt sich, ab und zu mal rein zu schauen.
Bei so einem zarten Material (100 % Merino, Lauflänge 700 m/ 100 g) ist das Einfärben nicht so einfach.
Die Reiss- und Filzgefahr (schließlich muss gewaschen, gebeizt, gefärbt, gespült, gewaschen, gespült werden) ist nicht unerheblich und umso wertvoller sind die gefärbten Garne für mich.
Das helle Blaugrau ist aus meinem Ligusterexperiment und eines meiner liebsten bisherigen Färbeergebnisse. Nicht spektakulär, aber es spricht meine Seele an.




Die Eselwanderung war für Clara ein besonderer Höhepunkt des Urlaubs. Sie durfte auf Eselin "Silke" reiten, die uns 2 1/2 Stunden durch die Dünen und am Strand lang begleitet hat.



Material: 100 % Merino-Lace, gefärbt mit roten Zwiebelschalen, Ligusterbeeren und Blutbuchenblättern (schwacher Farbzug) überfärbt mit Apfelbaumrinde
Lauflänge: 700 m/ 100 g
Nadelstärke: 2,5
Gewicht: federleichte 18 g (beide Handlinge)

Diese Handlinge sind etwas kleiner (insbesondere kürzer) geworden, als die anderen bisher gestrickten, passen mir aber trotzdem gut.

1. Mai 2011

Handlinge Nr. 4


Eine sehr erholsame und inspirierende Urlaubswoche liegt hinter meiner Familie und mir (mehr dazu später).
Auf der Hinfahrt wurde der zweite Handling Nr. 4 fertig, den ersten hatte ich bereits vor dem Urlaub gestrickt. Mich reizte, die Handlinge probeweise auch einmal auf dem von mir gern zum Färben benutzten Schurwollkammgarn zu stricken.
Ausgesucht habe ich mir diesen Strang, den ich vor fast einem Jahr mit SeWo-Color gefärbt habe.



Ich habe Spaß an "Fummelskram". Beim Festnähen der Säume ist sauberes Arbeiten besonders wichtig, damit sich die Kante weder nach außen noch nach innen neigt.


Ist das nicht eine schöne Naht (ja, ja, ich bin pingelig diesbezüglich, ich gebe es zu)?


Material: Schurwollkammgern 333 m/ 100 g
Verbrauch für beide Handlinge: 38 g
Nadelstärke: 2,5

Wer Interesse hat, kann die Anleitung weiterhin als Word-Dokument von mir erhalten, solange ich die pdf-Datei noch nicht erstellt habe.

Nachtrag am 9.5.: Ich konnte leider nicht alle Anleitungen verschicken, da mir bei Petra, Vroni, Gabi und Conny die e-mail Adressen fehlen. Entweder habt ihr "anonym" kommentiert oder auf eurer Seite ist eure Adresse nicht hinterlegt. Schreibt mir doch bitte eine mail.

21. April 2011

Färbung mit Brennnesselblättern


Vorgestern habe ich Brennnesseln in meinem Garten geerntet. Sie sind jetzt so appetitlich, dass sogar der Farbsud angenehm duftete. Ich werde vielleicht doch mal ausprobieren, sie zu blanchieren und zu essen.
Die Ernte erfordert natürlich Handschuhe. Ich habe nur die Blätter zum Färben verwendet und die Stengel meinem Gemüsegarten zur Verfügung gestellt, in dem ich sie auf die Beete gestreut habe.
Ich mag das wächserne Gelb dieser Färbung, besonders als Kombifarbe.


17. April 2011

Ein Loblied auf den Löwenzahn


Die Färbung mit Löwenzahnblüten läßt mich nicht los. Der große Edelstahlsuppentopf steht auf dem Herd und darin wird grade ein Strang Schurwollkammgarn im 2. Farbzug gefärbt.
Oben rechts seht ihr Löwenzahngelb auf Sockenwolle. Der Farbsud zog darauf genauso leuchtend auf, wie auf dem reinen Schurwollgarn. Gefärbt habe ich dieses Mal mit 400 % Blüten. Unten seht ihr 400 g Löwenzahnblüten - stolz präsentiert von Clara, die fleissig beim Sammeln geholfen hat.


Solange der Löwenzahn so üppig blüht, werde ich diese schöne und einfache Färbung sicher noch oft wiederholen. Es reicht die Blüten (samt Kelchblättern) vor der Färbung kurz sieden zu lassen, statt wie bei einigen anderen Färbedrogen nötig, stundenlang zu köcheln.

Beize: Tonerdkaltbeize nach J. Harborth, die ich gern anstelle der klassischen Alaunbeize einsetzte.

Die Aprilausgabe von "kraut&rüben" beschäftigt sich ebenfalls mit dem Löwenzahn. Wußtet ihr, dass aus den Wurzeln Löwenzahnkaffee gebraut werden kann?
Besonders gut gefallen hat mir, "dass der Löwenzahn eine 'ortsübliche Wiesenblume' und kein Unkraut ist . . . Das stellte ein Heilbronner Gericht vor rund 35 Jahren fest" (kraut&rüben, April 2011).

14. April 2011

Rotholz auf Sockenwolle



Sehr schön aufgezogen ist der Rotholzfarbsud auch auf Sockenwolle. Von links nach rechts seht ihr den 1. bis 3. Farbzug. Gebeizt war die Sockenwolle wieder mit Tonerdkaltbeize.


Links seht ihr den 3. Farbzug auf Sockenwolle, anschließend habe ich eine schwache Dahlienblütenfärbung im gleichen Sud überfärbt (2. von links). Ganz rechts im Bild zwei Dahlienblütenfärbungen.


Und weil sie so schön ist: Eine Viridiflora-Tulpe aus meinem Garten. Ich liebe Tulpen!


12. April 2011

Löwenzahngelb


Gestern haben meine Mädchen für mich eine Tüte voll Löwenzahnblüten gesammelt, mit denen ich einen Probestrang gefärbt habe.
Das Gelb ist eine wahre Freude, viel gelber noch als auf dem Foto (obwohl ich das Bild schon nachbearbeitet habe).
Den Hinweis darauf, dass Löwenzahnblüten Wolle mit Alaunvorbeize zitronengelb färben, habe ich diesem Buch von Eberhard Prinz entnommen, das sich mit großer Sorgfalt den Färberpflanzen widmet.
Gefärbt habe ich mit 450 % frischen Blüten.

@ Petra: Welche Beize hast du benutzt? Worauf hast du gefärbt? Ich habe unterhalb des Siedepunkts gefärbt und den Strang im Farbbad auskühlen lassen. Allerdings war er bereits kurz nach dem Eintauchen in den Sud leuchtend gelb. Die Blüten wurden an einem sonnigen Tag nachmittags gesammelt. Du kannst mir gern per e-mail antworten.

10. April 2011

Meine erste Rotholzfärbung


Zwar färbe ich nicht erst seit gestern, aber lange Zeit habe ich fast ausschließlich die heimische Flora erkundet, um an meine Färbedrogen zu kommen. Immer aber gibt es auch verlockende Bilder wie hier und hier, die mich dazu ermuntern, ab und zu auch gekaufte Farbstoffe zu verwenden. Diese Stränge sind schon vor einigen Tagen entstanden, aber ein grippaler Infekt hat bisher das Zeigen verhindert.
Gebeizt habe ich ausschließlich mit der hier erhältlichen Tonerdkaltbeize nach J. Harborth.

Alle anderen Angaben wie Einweichzeit und Prozentangaben habe ich zwei Rezepten (Rotholz 1 und 3) von Dorothea Fischer entnommen.
Gefärbt habe in in 5 Farbzügen in zwei verschiedenen Töpfen.
Hier die ersten beiden Farbzüge (oben mit Pottasche, unten ohne):


Hier die zweiten und dritten Farbzüge mit, ich nenne es mal "Rhabarberstangeneffekt" (ich habe die Stränge vorm Beizen an einigen Stellen eng abgebunden):



Hier die 4. und 5. Farbzüge:


Aus dieser Kombination mit Blauholz auf etwas dickerem Kammgarn soll etwas für Clara entstehen.


Diesen Färbungen auf Schurwollkammgarn soll in den nächsten Tagen ein Färbeversuch auf Sockenwolle folgen, am Sockenwollabbindegarn läßt sich schon ahnen, dass die Farbe kräftiger aufziehen wird.

5. April 2011

Handlinge Nr. 3


Für meine Mutter habe ich diese Handlinge gestrickt, die so gut zu den Farben des Frühlings passen. Erfreut habe ich festgestellt, dass ich, mit etwas Abstand dazu, meine eigene Anleitung problemlos nachstricken konnte.
Da es heute sehr kühl ist, scheint es noch nicht mal ein Anachronismus zu sein, sie heute fertig gestellt zu haben.
Für die romantische Note, die gut zur Färbung paßt, sorgen bei dieser Handling-Variante die Mäusezähnchen.
Die Farbe wirkt auf beiden Aufnahmen sehr unterschiedlich. Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo in der Mitte.

Material: Opal Sockenwolle, gefärbt mit Blauholz
Verbrauch: 38 g