22. Juni 2010

Gemeinschaftsprojekt Babydecke aus pflanzengefärbter Wolle/ Teilnehmer gesucht

Nachtrag um 0.09 Uhr: Ihr Lieben, bin beim Kind ins Bett bringen eingeschlafen, deshalb melde ich mich erst jetzt. WIR SIND KOMPLETT, denn ich habe auch e-mails erhalten! Ich freue mich! Morgen mehr.

Neulich stellte Jinx ein Gemeinschaftsprojekt vor, das mich begeistert hat. Das Ergebnis ist einfach wunderschön geworden. Fortan ließ mich diese Idee nicht los. Besonders reizvoll finde ich daran, dass verschiedene Frauen (gern auch Männer) unabhängig voneinander, nur durch ein paar Vorgaben verbunden, an so einer Decke stricken.
Jinx schreibt:
Man sieht deutlich, dass das Gesamtwerk doch mehr ist als die Summe seiner Teile.
So, nun zu meinem Anliegen:
Eine sehr nette Kollegin von mir wird im letzten Julidrittel erstmals Mutter (wenn das Baby mitspielt und sich nicht vorher auf den Weg macht). Ich habe ganz unauffällig nachgefragt, ob eventuell Bedarf an einer Babydecke besteht.
Ahnt ihr was?
Allein schaffe ich es von der Zeit nicht mehr dieses Projekt zu stemmen. Ich finde es auch viel schöner, wenn die guten Wünsche vieler Strickerinnen in die Decke fließen.
Ich wünsche mir also nette Mitstricker. Im Idealfall wären es 15.

Hier meine Ideen dazu:
Wir verstricken von mir mit Pflanzenfarben gefärbtes Schurwollkammgarn (da ein kleiner Säugling die Decke bekommt, werden ausschließlich ungiftige Pflanzen zum Einsatz kommen, also leider auch nicht das schöne Türkis-Blau der Akelei).
Das Baby ist ein kleiner Junge, daher habe ich mich schweren Herzens entschieden, diese cochenillegefärbten Schönheiten nicht mitzuverwenden:


Dafür entstand auf der Suche nach einer Farbidee das Bild der schleswig-holsteinischen Landschaft, in der ich als Kind mit meiner Familie Sommer für Sommer die Ferien verbracht habe. Das Gelb der Raps- und Getreidefelder und nicht zuletzt der Sonne, das Grün der Wälder und Wiesen, ein oftmals bedeckter Himmel und eine ausgedehnte Seenlandschaft, Sand und Erde.

Hast du Lust mitzumachen?

Hier sind meine Vorgaben:
- du bist neugierig auf die zu verstrickenden Pflanzenfarben
- dein Strickbild sollte schön gleichmäßig sein
- du bist sicher, dass du es schaffst, bis spätestens am 13. Juli dein Patch auf den Postweg zu mir zurück zu schicken, ich werde die Patches dann nämlich ab dem 16. Juli zur Fertigstellung der Decke mit in Urlaub nehmen
- gestrickt wird in kraus rechts (was das für Möglichkeiten birgt, läßt sich bei Jinx bewundern)
- die Größe des Patches sollte 20 cm x 20 cm betragen. Es kommt nicht auf den Milimeter an, da ich alle Patches waschen und spannen werde. Dabei wird auch der Geruch verschwinden, der den einzelnen Strängen teilweise noch anhaftet (insbesondere den frischen Walnussschalenfärbungen)
Das Kammgarn hat ungefähr Sockenwollstärke. Ich verstricke es mit 2,75er Nadeln, stricke aber eher fest.

Und jetzt zu den Details:
- Ich verschicke an jede Teilnehmerin 4 Ministränge, die jeweils ca. 10 g schwer sind. Nicht verwendetes Material schickt ihr wieder zurück, es ist für die Umrandung eingeplant
- es stehen Farben aus den Bereichen Sonne/Getreide, Himmel und Wasser, Sand und Erde und Wald und Wiese oder ungefärbt naturweiß zur Verfügung. Ihr könnt verschiedene Bereiche nach Wunsch kombinieren, aber auch nur "Erde", "Wiese", "Wasser" oder "Getreide" verstricken, oder eine Kombination zweier oder dreier Bereiche . . . , laßt eurer Fantasie freien Lauf und teilt mir eure Wünsche mit
- falls sich nur wenige Mitstricker melden, würde mich noch interessieren, wer vielleicht Zeit und Lust hat auch zwei oder mehr Patches zu stricken.

Und hier ein paar Appetitmacher :-)







Vielen Dank an Jinx und Annika für die Inspiration!!!
Ach, ja, eine Belohnung soll es auch geben :-)

18. Juni 2010

Der Sud der Walnussschalen . . .


. . . wirkte noch so kräftig, dass ich einfach noch einen Strang in den Topf gelegt habe, den Sud aufgekocht habe und weiter gefärbt habe. Durch das Kochen wurde die Farbe auch wieder dunkler und so habe ich nach und nach ein paar helle Stränge überfärbt und frische Stränge neu gefärbt. Mit 1700 g unterschiedlicher Brauntöne sollte ich aber jetzt zufrieden sein, schließlich brauche ich meinen Einkochtopf wieder zum Beizen - obwohl . . . einen könnte man doch noch . . .
Auf den beiden unteren Bildern habe ich einen ungefärbten Strang dazu gelegt, um zu zeigen, dass auch die hellen Stränge deutlich Farbe haben.
Verwendeter Farbstoff: 1 kg Walnussschalen, geschnitten, bestellt bei Wollknoll


Mit diesen schönen Brauntönen läßt sich sicher Einiges anfangen.


Nachtrag 20.06: Ich konnte mich vom Farbsud noch nicht trennen - ein Strang hängt auf der Leine, ein weiterer befindet sich grade im Topf ;-)

@ Alle: Vielen Dank für eure netten Kommentare, ich bin auch selbst ganz begeistert von diesen ergiebigen Nussschalen.

@ Annette: Ich habe zunächst nach dem Walnussschalen-Rezept von Dorothea Fischer gefärbt. Allerdings habe ich auf und abgerundet, da ich nur mit 100 g-Strängen färben wollte. In den weiteren Farbzügen bin ich so vorgegangen, dass ich morgens einen oder 2 Stränge Wolle in den Topf gegeben habe (das entspricht dann 1000% oder 500%), den Strang/die Stränge abends aufgekocht habe (so für ca. 1 Stunde) und ihn/sie morgens zum Trocknen rausgenommen habe.

@ frauwoauspo: Ich möchte mit Weinsteinrahm beizen, da hilft mir die Kaltbeize leider nicht weiter ;-)

@ Ute: Da mußte ich jetzt aber grinsen, als ich las, dass die Walnussschalen ausverkauft sind.
Zur Beize: Die Schalen enthalten soviel Gerbsäure, dass nicht gebeizt werden muss :-)

14. Juni 2010

Mal wieder was Buntes . . .

. . . ich habe einen selbstgefärbten Sockenwollstrang angestrickt. Nicht ganz meine Farben, aber das Stricken macht Spaß.


12. Juni 2010

Naturfarben unter sich

Der Blick in die Projektbox "Jacke Clara" lohnt sich. Es finden sich alle auserwählten Farben darin, bis auf das neue Stockrosenschlammgrün, das grade verstrickt wird. Heute, bei bedecktem Himmel, gelingt es meinem Fotoapparat, die Farben fast originalgetreu abzulichten und ich freue mich an den schönen Farben. Mit den Cochenillefärbungen habe ich mich längst mehr als versöhnt. Die "grauen Teerverfärbungen" machen das Garn lebendig und stören mich nun gar nicht mehr.

9. Juni 2010

Die Nutkin Socks sind endlich fertig



Ich bin fürs Vielstricken nicht geschaffen. Es ziepte hier und da in den Sehnen, im Handgelenk und in der Schulter und so ließ ich es langsam angehen in der letzten Zeit. Aber seit heute morgen sind sie endlich fertig - die Nutkin socks.
Gestrickt mit Nadelstärke 2,75 aus dem dünnen Schurwollkammgarn von Wollknoll, Verbrauch 86 g, gefärbt von mir mit SeWo-Color. Die bleiben definitiv an meinen Füßen.


7. Juni 2010

Die kompletten Färbungen der letzten Tage

Hier sind sie komplett, die Färbungen, die mich seit letztem Donnerstag erfreut haben. Nun sind alle Stränge gewaschen und getrocknet. Die Walnussschalenfärbungen, die auf dem Wäscheständer so dunkel wirkten, sind nun deutlich heller (schade eigentlich). Die feingemahlenen Schalenpartikel hatten die Farbwirkung verfälscht (diese Färbungen müssen trocknen, bevor sie gewaschen werden). Der dritte Farbzug jedoch zeigt ein wunderschönes Schokoladenbraun.


Die Grün-, Türkis- und Blautöne sind insofern besonders, da sie allesamt mit Pflanzen aus dem eigenen Garten gefärbt wurden. Die 4 hinteren Stränge sind mit Blutbuchenblättern gefärbt, die 3 schlammgrünen davor mit roten Stockrosenblüten (sonst immer deutlich grüner, aber mir gefällt dieser Schlammton sehr), dann meine Schätzchen, 5 kleine Stränge, die mit Akeleiblüten gefärbt sind. Vorne die Purpursalbeifärbungen, die (ihr wißt es schon) im original deutlich grüner sind (wie das Fruchtfleisch der Avocado).


Hier noch einmal die Akeleifärbungen, die mir besonders gut gefallen (ganz links der allerletzte Zug Blutbuche mit einer Hand voll Purpursalbeiblättern).



Ich habe übrigens keinen riesigen Garten, sondern eine Blutbuche in der Hecke. Die Akelei vagabundiert durch den Garten. Ich habe lediglich 30 g frische Blüten geerntet und darauf geachtet, dass genug Blüten stehen bleiben.


6. Juni 2010

Walnussschalen, Akelei und Stockrose


Heute war ein sehr erfolgreicher Färbetag, der im Zeichen der Walnuss, der Stockrose und (ganz spontan) der Akelei stand. Bei Claudia hatte ich eine wunderschöne Färbung mit Akeleiblüten gesehen und spontan beschlossen, meine Blüten zu ernten. Allerdings wurde meine Färbung ganz anders, nämlich im ersten Zug türkis wie ein Amselei und in den Folgezügen hellblau und dann wieder türkis. Jedenfalls sehr schön. Entgegen meiner sonstigen Färbegewohnheit nur Färbedrogen zu verwenden, die ich auch als Tee trinken könnte, habe ich nun das erste Mal mit einer giftigen Pflanze gefärbt. Auch die Walnussschalen konnte ich nicht selbst ernten, sondern habe sie bestellt, aber mein Wunsch, ein paar schöne Brauntöne zu färben, war einfach zu groß. Gewaschen, gespült und getrocknet werde ich die einzelnen Färbungen noch näher vorstellen.


4. Juni 2010

Färbung mit Blutbuchenblättern



Blutbuchenblätter färben wie erwartet Grün. Lediglich der erste Farbzug changiert rötlich/bräunlich, ähnlich wie bei der Färbung mit roten Zwiebelschalen, die vor dem Färben lange einweichen. Den Sud habe ich noch aufgehoben, bin mir aber nicht sicher, wie es mit der Lichtechtheit sein wird. Gebeizt habe ich mit Alaun.
@ Annette: Nix wie ran an den Baum ;-)

3. Juni 2010

Purpursalbei und Blutbuche



Ich habe mit Purpursalbei gefärbt. Die Färbung in zwei Zügen ergab ein sehr schönes helles Grün, leider für meinen Fotoapparat ein rotes Tuch. Ihr müßt euch die Farbe vorstellen wie eine Mischung aus Avocadocreme und Pistazie, sehr appetitlich. Eine sehr schöne Färbung, die sich anbot, da mein Salbeistrauch zurückgestutzt werden mußte. Die Farbe dieser Färbung ähnelt der Färbung mit normalem Salbei sehr. Ich habe ein etwas kräftigeres Grün erwartet, da rotes, bzw. rötliches Laub erfahrungsgemäß grün färbt.


Neugierig bin ich auch darauf, wie die Färbung mit Blutbuchenblättern ausfallen wird, die noch etwas in kaltem Wasser einweichen müssen.



1. Juni 2010

Spinntreffen, langer Auszug und "Mix im Band"



Als allererstes möchte ich mich bei euch für die vielen Geburtstagsglückwünsche für meine Tochter bedanken. Wir hatten zwar echtes Sauwetter hier, aber trotzdem einen sehr schönen Tag.
Gestern hatte ich dann einen super netten Abend bei meiner spinnbegeisterten Nachbarin Ute, bzw. ihrer Schwester, die uns ihr mediterranes Wohnzimmer zur Verfügung gestellt hat. Nachdem ich fast 10 Jahre hier wohne, haben wir uns vor kurzem an der Weide ihrer Schafe kennengelernt. Sachen gibt´s . . .
Ich bin immer noch schwer beeindruckt. Sie hat traumhafte Spinnräder (ein Lendrum DT, ein Schacht Reeves um nur 2 zu nennen), wunderschöne Schafe und ist zudem auch noch sehr nett :-)
Fotos gibt es auch, eine Mitspinnerin hat sie hier eingestellt.
Ich habe zunächst ein Spule "Mix im Band" von Wollknoll plus Rauhwolliger Pommernwolle und Jakobschaf navajoverzwirnt. Nadelstärke 4+ sollte dabei rauskommen, das Garn sollte relativ drallarm sein und ein Probestrang mußte her. Er ist noch nicht ganz trocken, scheint aber dem Ziel nahe zu kommen (so, und jetzt ist er trocken und hat sich in ein sooo schönes Knäuel verwandelt).
Toll fand ich, den langen Auszug bei Ute zu sehen. Ich habe es mit Utes Hilfe auch wieder probiert und siehe da, am Lendrum und am Henkys funktionierte es auch bei mir. Ute hat auch an meinem Tom den langen Auszug spinnen können, aber auch ihr ist öfter mal der Faden gerissen. Im Vergleich zu den anderen Rädern ist der Einzug bei meinem Tom recht stark, der Faden hat also auch bei komplett gelockerter Bremse zu wenig Drall und reißt andauernd, wenn man nicht außerst konzentriert bei der Sache ist. Gut, das zu wissen, ich hatte schon an mir gezweifelt, da mir der lange Auszug nie so richtig gelang. Ansonsten bin ich mit Tom ja sehr zufrieden.

Mein Hammerrad (unten links) hat einen noch stärkeren Einzug, weshalb es für feinere Garne sowieso nicht in Frage kommt. Mein kleines Rad der "Naturwerkstätte Wald" (unten rechts), mein erstes Rad, das mir meine Schwiegereltern vor 13 Jahren geschenkt haben, habe ich einer Freundin als Dauerleihgabe überlassen, konnte es also leider nicht ausprobieren. Aber ich habe es so in Erinnerung, dass der Einzug dort ebenfalls sehr stark ist. Es sind alles Spinnräder mit einfädigem Antrieb.
Sehr gefallen beim Ausprobieren gestern hat mir das Rad von Henkys und natürlich das Lendrum (das Design ist einfach unschlagbar).